Hindus in der Erscheinungskapelle
von Fatima
 
      Was ist am 5. Mai 2004 genau vor sich gegangen?
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Der aufsehenerregende Bericht von Portugal News

Am 22. Mai 2004 wartete Portugal News, die größte Wochenzeitung Portugals, mit einem aufsehenerregenden Bericht auf unter dem Titel "Ein hinduistischer Gottesdienst an einem katholischen Altar in Fatima". 1) Wir zitieren: "Im letzten Oktober berichtete Portugal News von dem interreligiösen Kongreß, der in Fatima... abgehalten wurde, auf dem die Repräsentanten der führenden Weltreligionen angeblich die Möglichkeit untersuchten, das Heiligtum für die ganze Vielfalt der Glaubensrichtungen zu öffnen... . Nun ...können wir berichten, dass die ersten Schritte unternommen worden sind, Fatima in ein Zentrum vieler Religionen umzuwandeln. Am 5. Mai brachten SIC und SIC Noticias einen Bericht über einen hinduistischen Gottesdienst, abgehalten in der Erscheinungskapelle von Fatima. Die Sendung von SIC scheint - bis zu einem gewissen Grad - den Bericht von Portugal News im Oktober zu bestätigen. 60 Hindus, angeführt von einem (hinduistischen, Anm.) Hohenpriester, waren von Lissabon angereist, um ihrer Göttin Devi Huldigung zu erweisen, der Göttin der Natur. Die Reporter von SIC zeigten, wie die Hinduisten, bevor sie Lissabon verließen, sich in ihrem Tempel in der Innenstadt versammelten, um zu verschiedenen Hindu-Gottheiten zu beten und ihnen ihre Huldigung darzubringen. In Fatima angekommen, machten sich die Wallfahrer auf den Weg zur Erscheinungskapelle, wo ein Hindu-Priester vom Altare aus die Gebetsstunde leitete. Eine Kommentar des ‚Gottesdienstes’ wurde vom Fernsehberichterstatter gebracht, der erklärte: ‚Dies ist ein noch nie dagewesener, einmaliger Moment in der Geschichte des Heiligtums. Der Hindupriester, oder Sha Tri, betet am Altar das Shaniti Pa, das Gebet um Frieden‘. Man konnte sehen, wie die Hindus ihre Schuhe auszogen, bevor sie sich dem Altarraum der Kapelle näherten, wo der Priester vom Altar des Heiligtums aus Gebete sang. Während der Nachrichtensendung sagte der Rektor des Heiligtums, Pater Luciano Guerra: "Diese Treffen geben uns die Möglichkeit, uns daran zu erinnern, dass wir in Gemeinschaft leben". Nachdem sie ihre Gottheiten verehrt und in der Kapelle gebetet hatten, wurde gezeigt, wie die Hindus in eine Ausstellungshalle geleitet wurden, wo ein Modell der kontrovers-diskutierten neuen Basilika zur Ansicht aufgestellt ist. ... jeder Hindu wurde persönlich vom vom Bischof von Leiria-Fatima begrüßt; er verneigte sich vor dem Hindu-Priester und erwiderte seine Begrüßungsgeste. Dann konnte man sehen, wie der Hindu-Priester den Rektor des Heiligtums (Msgr. Guerra) und den Bischof mit einem "priesterlichen Hindu-Schal" bekleidete.

 

 
Msgr. Guerra empfängt ein hinduistisches Gebetskleid
 

‚Auf den Schultern der höchsten Repräsentanten der Kirche von Fatima, legt der Hindu-Priester einen Schal mit Inschriften des Bagavad Gita, eines der heiligen Bücher der Hindus‘, erzählte der Fernsehreporter. - Das Ereignis fand seinen Abschluß mit der Szene, daß der Hindupriester eine Kerze im Heiligtum anzündete, während die anderen außerhalb der Erscheinungskapelle tanzten und singend ihre Götter lobten...‘. In anderen Reaktionen auf das Hindu-Ritual, nahm ein langjähriges Mitglied der Diözese Leiria-Fatima die Öffnung des Heiligtums für andere Kulte und Religionen weniger freundlich auf... :‘Ich verstehe die Öffnung des Platzes für andere Religionen. Aber ich bin nicht einverstanden mit der Praxis von nicht-katholischen Ritualen am heilgsten Ort des Heiligtums‘. Der Bischof der Diözese, D. Serafim Ferreira e Silva, hat eine andere Meinung. Er sagte der Zeitung: ‚Wir wollen keine Fundamentalisten sein, sondern offen und aufrichtig.‘"

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Die Reaktion von Msgr. Guerra

 
Msgr. Guerra, der Rektor des Heiligtums
 

Dieser Zeitungsartikel bewirkte, dass das Ereignis auch außerhalb Portugals bekannt wurde. Protestnoten aus aller Welt trafen im Heiligtum ein, die Msgr. Guerra als eine gegen ihn gerichtete "massive Kampagne" betrachtete. Um dieser entgegenzuwirken veröffentlichte er am 29. Juni 2004 eine 10-Punkte-Erklärung 2), aus der wir jene Passagen zitieren, die das Ereignis vom 5. Mai betreffen:

"... 3. Aufgrund der Briefe, die uns erreicht haben mit der Bitte um Erklärung, und um jedermann eine rasche Antwort zu geben, haben wir diese kurze Verlautbarung geschrieben. (Sie) ...soll die folgenden zwei Fragen scharf ins Auge fassen: die Anreise einer Gruppe von Hinduisten und das Schicksal der neuen Kirche der Heiligsten Dreifaltigkeit.

4. Die Hindu-Gruppe richtete sich im voraus schriftlich an uns und teilte uns mit, sie wolle den Besuch von Mr. Morari Bapur erneuern, der dem von Johannes Paul II. vorausgegangen war im Mai 1982.

5. Der Hindu-Priester und ein Übersetzer, den er mitgebracht hatte, gingen hinauf zu dem Bild Unserer Lieben Frau, während der Rest der Gruppe unten stehen blieb.

6. Der Priester sang ein Gebet, das einige Minuten dauerte. Keine Geste erfolgte, kein Ritus wurde vollzogen, weder an noch um den Altar. Der Übersetzer erklärte, daß er "die allerheiligste Mutter gebeten habe, daß sie Weisheit und Erkenntnis jenen schenken möchte, die die Nationen regieren, so daß die Welt Frieden haben kann, Frieden, Frieden"....

8. Nachdem sie ihr Gebet in der Kapellina bzw. in der kleinen Erscheinungskapelle beendet hatten, wurden die Hindu-Pilger in einem Raum vom Bischof von Leiria-Fatima empfangen und vom Rektor des Heiligtums. Sie sagten zu ihm, sie kämen von der Verehrung der "allerheiligsten Mutter". Sie sprachen nicht von einer Ähnlichkeit zwischen diesem Namen (für die Muttergottes, Anm.) und dem Wesen ihrer Religion (ihrer Göttin Devi, die sie auch die allerheiligste Mutter nennen, Anm.). Mit Zurückhaltung sollte man die Vergleiche betrachten, die von den Medien gezogen wurden. Es war uns nicht möglich, sie vorzubereiten, weil es zu spät war, als wir erfuhren, daß sie präsent seien...

Das Heiligtum von Fatima, 29. Juni 2004, Fest Peter und Paul

Der Rektor, Fr. Luciano Guerra."

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Wie muß das Ereignis beurteilt werden?

Beide Berichte lassen Fragen offen: Wurde nun ein Ritual vollzogen oder nicht? Ist die Erscheinungskapelle entweiht? Haben die Hindus Maria, die Mutter Jesu verehrt wie Msgr. Guerra es offensichtlich verstanden haben will oder ihre heidnische Göttin Devi?

John Vennari, Herausgeber und Chefredakteur des katholischen Monatsmagazins Catholic Family News aus Niagarafalls, USA ist diesen Fragen in seinem Artikel "Shrine Rector attempts to Justify Hindu Prayer Service at Fatima" 3) nachgegangen. Er bezieht sich in seinen Ausführungen auf eine Kopie der Fernsehsendung, die ihm als Videoband vorliegt: "Das Ereignis wurde am selben Tag von SIC Television, einem nationalen portugiesischen Sender gesendet. Catholic Familiy News erhielt mit Hilfe des Fatima Crusaders eine Video-Kopie der Sendung. Wir haben den portugiesischen Text dieser Sendung von zwei Übersetzern ins Englische übersetzen lassen und zwar unabhängig voneinander, um die Exaktheit sicherzustellen". Unter der folgendem Link ist eine Serie von Bildern von dieser Videokopie einzusehen

Die nachfolgenden Fakten sind, soweit nicht anders angegeben, dem genannten Bericht von John Vennari entnommen, der auf englisch eingesehen werden kann unter: www.oltyn.com/cfn.htm

 

Kommentar zur Erklärung von Msgr. Guerra

  1. Im Anschluß an den interreligiösen Kongreß im Oktober 2003 wurde Msgr. Guerra in einem Interview mit Spirit Daily gefragt, wie es damit sei, dass auch Hindus, Moslems usw. im Heiligtum beten könnten. Msgr. Guerra antwortete: " ... wir sind weit davon entfernt, Hindus oder irgendwelche Moslems in Fatima beten zu lassen, ausgenommen, sie tun es im privaten — und nicht in öffentlichen Liturgien oder ähnlichen Gottesdiensten" 4). — Das war im Herbst 2003. Knapp ein halbes Jahr später steht ein Hindupriester, begleitet von 60 hinduistischen Gläubigen, wie die Fernsehbilder zeigen, am Altar der Erscheinungskapelle und verrichtet in einer Weise, wie es öffentlicher nicht sein kann, einen hinduistischen Gottesdienst: Vor laufender Fernsehkamera, unter In-Beschlagnahme der ganzen Erscheinungskapelle, einschließlich des Altars. Daß dies nicht ohne Zustimmung von Msgr. Guerra geschehen ist, offenbart die oben zitierte Erklärung aus seiner Feder. Das ganze Ereignis war im voraus schriftlich abgestimmt: "Die Hindu-Gruppe richtete sich im voraus schriftlich an uns und teilte uns mit, sie wolle den Besuch von Mr. Morari Bapur erneuern, der dem von Johannes Paul II. vorausgegangen war im Mai 1982". 5)
  2. Msgr. Guerra verschweigt in seiner Beschreibung des Ereignisses, dass der Altar in irgendeiner Weise miteinbezogen wurde. Ja, er behauptet sogar das Gegenteil: "Der Hindu-Priester und ein Übersetzer, den er mitgebracht hatte, gingen hinauf zu dem Bild Unserer Lieben Frau, während der Rest der Gruppe unten stehen blieb". 6) "Keine Geste erfolgte, kein Ritus wurde vollzogen, weder an noch um den Altar". 7)Das ist die Unwahrheit. Wie die Fernsehbilder entlarven, hat sich der Hindu-Priester an den Altar gestellt, wie es ein katholischer Priester tut und an dieser Stelle durch den feierlichen Gesang eines Gebetes, das 12 Minuten dauerte, seines ‚priesterlichen Amtes‘ gewaltet. - Es ist unmöglich, dass Msgr. Guerra, diesen Umstand nicht zur Kenntnis genommen hat, da er selber die ganze Zeremonie vor Ort mitverfolgte und unmittelbar im Anschluß vor die Fernsehkamera trat, um mit Bezugnahme auf die Zeremonie zu erklären: "Es ist offensichtlich, dass diese Zivilisationen und Religionen anders sind. Aber ich denke, es gibt eine gemeinsame Basis aller Religionen..., die ihren Ursprung hat in der gemeinsamen Menschenwürde, die wir alle besitzen. Es ist sehr wichtig, dass wir diese gemeinsame Basis anerkennen..., weil wir manchmal unsere Gleichheit vergessen. Dazu geben uns solche Treffen wie diese Gelegenheit". 8) Von einem ‚überraschten‘ Msgr. Guerra, der "zu spät" erfahren habe, daß die Medien "präsent sind" (vgl. Punkt 8 seiner Erklärung) ist jedenfalls nichts zu bemerken. Sodann verschweigt er in seiner Erklärung auch, dass er sich einen ‚priesterlichen Hindu-Schal’ umlegen und sich mit einem hinduistischen Gebetskleid einkleiden ließ. 9)


     
    Der Hindupriester am Altar
     

  3. Es ist bezeichnend, dass Msgr. Guerra mit keiner Silbe auf die von Portugal News verbreitete Behauptung eingeht: "Nun... können wir berichten, dass die ersten Schritte unternommen worden sind, Fatima umzuwandeln in ein Zentrum vieler Religionen. Am 5. Mai brachten SIC und SIC Noticias einen Bericht über einen hinduistischen Gottesdienst, abgehalten in der Erscheinungskapelle von Fatima". Diese bedeutsame Aussage lässt er unkommentiert. Wer schweigt, scheint zuzustimmen!
  4. Msgr. Guerra schreibt sodann, dass nur der Priester und der Übersetzer den Altarraum betreten hätten, während "der Rest der Gruppe unten stehen blieb". 10) Auch das ist eine Unwahrheit. Wie aus dem Videoband von SIC ersichtlich ist, betraten auch drei junge Hindu-Frauen den heiligen Altarraum, um Blumen an der Statue Unserer Lieben Frau niederzulegen. — Dabei handelte es sich um einen religiösen Akt, der zum Puja-Ritual dazugehört, wie noch gezeigt werden wird.

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Maria wurde mit einer heidnischen Gottheit gleichgesetzt

Die bedeutsamsten Worte der ganzen Erklärung sind allerdings die folgenden: "Der Priester sang ein Gebet, das einige Minuten dauerte. Keine Geste erfolgte, kein Ritus wurde vollzogen, weder an noch um den Altar". 11) — Um diese Aussage auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen, soll ersten festgestellt werden, was genau geschehen ist und zweitens die religiöse Bedeutung dieser Handlung im hinduistischen Sinn betrachtet werden.

Sowohl der Bericht von Portugal News als auch der von John Vennari basieren auf den Fernsehreport von SIC. Beide Quellen berichten in Übereinstimmung: Der Priester betrat mit einem Übersetzer den Altarraum, während die anderen hinduistischen Gläubigen sich in den Bänken der Kapelle verteilen. Der Hindu-Priester ging an den Altar und stand seinen Gläubigen zugewandt, da wo sonst der katholische Priester steht, und beginnt laut ein (12 Minuten langes, Anm.) Gebet zu singen, - unter Anteilnahme seiner Gläubigen. Dann kommen drei junge Frauen in den Altarraum und legen vor der Statue unserer Lieben Frau Blumen nieder.

Wie müssen diese Handlungen beurteilt werden?

  1. Es handelte sich um ein Gebet, das laut und in Gemeinschaft gebetet wurde: Darum ist es ein öffentliches Gebet gewesen.
  2. Es wurde von einem Hindu-Priester, der eine außerordentliche Stellung einnahm (am Altar), angeführt und abgehalten an einem heiligen Ort. Darum ist es ein liturgisches Gebet, bzw. ein öffentlicher heidnischer ‚Gottesdienst’.
  3. Ein liturgisches Gebet dieser Art verbunden mit einem Blumenopfer wird im Hinduismus als Puja-Ritual bezeichnet: "Alle wichtigen Handlungen im Leben eines Hindu haben einen geheiligten Charakter und unterliegen deshalb genau festgelegten öffentlichen oder privaten Riten. Die allgemeine Zeremonie ist eine Andachtsfeier (Puja), die mindestens zweimal täglich, bei Sonnenaufgang und Sonnenuntergang, abgehalten werden muss. Es werden Verse aus den Veden gesprochen oder gesungen, während man einer Gottheit u. a. Blumen und Feuer opfert" 12) "Der Begriff ‚Puja’ schließt heute alle Formen zeremoniellen Gottesdienstes ein, angefangen von dem einfachen täglichen Opfern von Blumen, Früchten, Reis... vor den Götterstatuen in den Tempeln und in den Häusern" 13). Es war also sehr wohl ein Ritual! Man kann daher John Vennari nur beipflichten, wenn er urteilt: "Rektor Guerra spielt mit Worten. Um zu versuchen, das Sakrileg zu entschuldigen, erklärt er, es hätte nicht die genauen Gesten eines Hindu-‚Ritus’ gegeben... Guerras’ haarspalterischen Worte ‚Ritus’ und ‚Gesten’ sind ohne Zweifel fadenscheinig, da die Hindus selbst ein einfaches Gebet und das Opfern von Blumen als Puja bezeichnen, das sehr wohl ein Hindu-Ritual ist. Sie brauchen nicht ein Standbild auf den Altar zu stellen, um ihren Götzen Huldigung zu erweisen!". 14) Es sei hinzugefügt: Dafür diente ihnen das Standbild Unserer Lieben Frau, wie im nächsten Punkt gezeigt werden soll. - Es offenbart Nachlässigkeit und mangelnde Ernsthaftigkeit in der Nachforschung, wenn sich Fatima ruft 15) mit diesen Wortspielereien zufrieden gibt. Dem unbekannten Verfasser des Berichts sei empfohlen sich durch das Studium der Quellen ein objektives Bild von der ‚Glaubwürdigkeit’ Msgr. Guerras’ zu machen. Wie hatte er noch im Herbst gesagt? — "Wir sind weit davon entfernt, Hindus oder irgendwelche Moslems in Fatima beten zu lassen, ausgenommen, sie tun es im privaten — und nicht in öffentlichen Liturgien oder ähnlichen Gottesdiensten" 16)
  4. Wie ist nun das Niederlegen der Blumen vor der Muttergottesstatue zu verstehen? Entscheidend ist die Absicht der Handelnden. Diese wurde klar geäußert. Sie entspricht, wie zu erwarten war, der hinduistischen Geisteshaltung: Die Hindus setzten sehr wohl Unsere Lieben Frau von Fatima in Beziehung zu ihren hinduistischen Gottheiten. Zu Beginn der SIC-Sendung wurde eine junge Frau im Hindu-Tempel von Lissabon gezeigt. Im Hintergrund waren verschiedene Götterstatuen zu erkennen. Die junge Frau erklärte sie: "Dies ist Gott Shiva und seine Frau Parvati. In der Mitte sehen wir Gott Rama, zu unserer Rechten seine Frau Sita und zu unserer Linken seinen Bruder und Begleiter Lakshmama...".


     
    Drei Hindufrauen tragen das Blumenopfer zu Ehren ihrer
    Göttin Devi vor die Statue Unserer Lieben Frau
     

    In diesem Kontext sagte eine andere junge Frau, die ebenfalls von SIC interviewt wurde, wörtlich: "Als eine Hinduistin, die glaubt, dass die ganze Welt oder genauer gesagt alle Menschen Glieder der einen globalen Familie sind, ist es für mich natürlich, jede Manifestation Gottes, Unsere Liebe Frau von Fatima eingeschlossen, als eine Manifestation desselben Gottes zu sehen". 17) Es ist wichtig, um es richtig zu verstehen, sich ein wenig in das hinduistische Denken hineinzuversetzen: Der Hindu ist nicht im strengen Sinn polytheistisch; es wird sehr wohl eine einzige höchste Gottheit angenommen, namentlich das Brahman. Diese ist unpersönlich, verkörpert sich aber in den verschiedensten (untergeordneten) "Göttern". Jeder der vielen "Gottheiten" des Hinduismus drückt eine andere Seite des einen Göttlichen aus: "Der Gottesbegriff des Hinduismus ist ... unpersönlich... . Brahman, das Göttliche oder die höchste Gottheit ist der Urgrund allen Seins. So ist die ganze Welt eine Offenbarung des Göttlichen... Die Götter Indiens sind gar nichts anderes als Offenbarungen, Manifestationen, Verkörperungen des einen Göttlichen... Sie haben unzählige Namen und Züge. Sie sind ... Ausdrucksformen der einen Gottheit, des Brahman, das unendlich viele Gestalten annehmen kann, obschon es seinem Wesen nach eins bleibt." Daher die religiöse Toleranz der Inder: "Der Inder ist tolerant gegenüber allen Religionen. Sie sind ihm Offenbarungsmöglichkeiten des einen Göttlichen". "Der Hinduismus ... vereinigt in sich die widersprechendsten Formen des religiösen Denkens und des Kultes." 18)


     
    Die Göttin Devi, die "allerheiligste Mutter"
     

    Auf das Blumenopfer bezogen bedeutet das folgendes: Bei ihrem Blumenopfer dachten sie nicht an Maria, die Mutter Jesu, sondern sie sahen in dem Bild Unserer Lieben Frau eine Weise der Verkörperung, eine Art der Manifestation der höchsten, unpersönlichen Gottheit. Das heißt konkret: Durch dieses Ritual wurde Maria zu einer heidnischen Gottheit erniedrigt. Der Übersetzer, den der Hindu-Priester mitgebracht hatte, erklärte nach dem Ritual, dass der ‚Priester’ die ‚Allerheiligste Mutter’ um Frieden gebeten habe. Welche Gottheit ist nun genau damit gemeint? Der Reporter, der die Sendung kommentiert hatte, wurde diesbezüglich von Fatima Crusader interviewt, um diese Aussage eindeutig zu klären. Der Reporter von SIC antwortete, er hätte die Information von den Hindus selbst erhalten, wenn er in der Sendung behauptete, dass der Tag, an dem die Hindus nach Fatima gekommen sind der "größten aller weíblichen Göttinnen geweiht war. Sie wird die ‚allerheiligste Mutter’ genannt, die Göttin Devi, die Göttin der Natur, die viele portugiesische Hindus in Fatima verehren" 19).

Vor dieser Problematik verschließen sowohl Msgr. Vogel vom Fatima-Weltapostolat, Petersberg (in seiner öffentlichen Erklärung) 20) als auch FATIMA ruft 21) vollkommen die Augen. Msgr. Vogel erklärt lapidar, die Aufsicht habe versagt, "die dies hätte verhindern müssen". Wer es glaubt, ...

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Das Fazit: Es war ein heidnisches Ritual!

Das Fazit ist: Was in der Erscheinungskapelle stattgefunden hat, war ein hinduistisches Puja-Ritual, verbunden mit einem Blumenopfer zu Ehren der höchsten hinduistischen Muttergottheit Devi. Ein heidnisches Ritual also, an einem für den katholischen Kult geweihten Ort, wie es die Tagespost in einem Artikel vom 16.08.2004 korrekt festgestellt hat. Objektiv gesehen (und nur darüber urteilt die Kirche!) ist es ein sehr schwerer Verstoß gegen das erste Gebot Gottes, Heiden einen Kirchenraum für ihre Riten zur Verfügung zu stellen 22). Die gegebene Erlaubnis vom Rektor des Heiligtums schließt nämlich in sich eine Gutheißung dieses heidnischen Ritus ein, obwohl hier Gott nicht in der Wahrheit angebetet wird, wie es Sein Wille ist (vgl. Joh4,23).

Zusammenfassend ist festzustellen, dass es sich hier um zwei schwere Vergehen handelt: Einmal ist die Erteilung der Verwendungserlaubnis eine schwere Beleidigung Gottes, da Msgr. Guerra als katholischer Priester aus der Offenbarung weiß, wie Gott angebetet werden will und dass die Götter der Heiden vor Gott "Nichtse" sind, wie die Hl. Schrift sagt.23) Das zweite Vergehen ist die Handlung selbst, vollzogen durch den hinduistischen Priester, die objektiv eine Beleidigung Gottes ist, weil sie auf einem falschen Gottesbild basiert. Indes, obwohl auch diese Handlung schwerwiegend ist, so ist das erste Vergehen - das Geben der Erlaubnis - noch schwerwiegender, weil der Rektor des Heiligtums, im Gegensatz zu den Heiden, das Licht der Offenbarung besitzt.

Zudem gibt es noch zwei weitere Umstände, die die Schwere seiner Handlung noch mehr vergrößern. Zum einen ist es die Heiligkeit des Ortes: Es ist nicht nur ein für den katholischen Gottesdienst geweihter Raum, sondern ein Ort, der allein schon durch die Erscheinung Unserer Lieben Frau eine besondere Weihe empfangen hat. Zum anderen hat er mit seiner Erlaubnis zugelassen, dass Gott in Seiner heiligsten Mutter beleidigt wurde, was Ihn sicher noch stärker trifft als eine direkt gegen Ihn gerichtete Beleidigung. - Was für eine namenlose Beleidigung Gottes ist es doch, Seine heiligste Mutter zu einer heidnischen Göttin zu erniedrigen! Angesichts eines solchen Frevels fehlen einem die Worte. — Es muß daher als der Versuch einer arglistigen Täuschung gewertet werden, wenn Msgr. Guerra es in seiner Erklärung so erscheinen lassen will, als hätte die Gleichsetzung Mariens mit der heidnischen Muttergottheit nicht stattgefunden: "Sie sprachen nicht von einer Ähnlichkeit zwischen diesem Namen (für die Muttergottes, Anm.) und dem Wesen ihrer Religion (ihrer Göttin Devi, die sie auch die allerheiligste Mutter nennen, Anm.). Mit Zurückhaltung sollte man die Vergleiche betrachten, die von den Medien gezogen wurden". 24)

Es stellt sich nun selbstredend die Frage:

Ist die Erscheinungskapelle entweiht?

Das ist eine kirchenrechtliche Frage. Kanon 1211 des Kirchenrechts von 1983 besagt: "Heilige Orte werden geschändet durch das Setzen von Handlungen von großer Ungerechtigkeit, die verbunden sind mit einem Ärgernis für die Gläubigen, und die, nach dem Urteil des Ortsordinarius so schwerwiegend und der Heiligkeit des Ortes so entgegengesetzt sind, dass es nicht erlaubt ist, in ihnen den Kult weiterhin auszuüben, solange nicht der Entsühnungsritus nach den Normen der liturgischen Bücher das Unrecht wiedergutgemacht hat".

Es ist zu beachten, dass das Kirchenrecht von ‚Schändung’, nicht von ‚Entweihung’ spricht (lat. violatio). Ein heiliger Ort verliert durch eine Freveltat nicht seine Weihe, d.h. er ist weiterhin gottgehörig, wohl aber findet eine Schändung statt, d.h. ein frevelhafter Eingriff in die Rechte Gottes über diesen Ort. Deshalb verlangt das Kirchenrecht in solchen Fällen nicht eine neue ‚Weihe’, sondern eine ‚Entsühnung’. 25) Bevor der Ort wieder für den katholischen Kult verwendet werden darf, muß der Entsühnungsritus nach den liturgischen Büchern der Kirche vorgenommen werden, durch den Gott Wiedergutmachung geleistet wird.

Ist ein solcher Entsühnungsritus nun in Fatima notwendig? - Das Kirchenrecht nennt drei Bedingungen: Die frevelhafte Handlung muß ein schweres Unrecht darstellen. Dies ist hier ohne Zweifel der Fall: Der objektive Tatbestand eines Götzendienstes, wie er hier geschehen ist, verstößt in schwerwiegendster Weise gegen die Heiligkeit des Ortes, denn jede Kirche ist für den göttlichen d.h. für den katholischen Kult (Kanon 1214) geweiht. Bernhard Häring schreibt diesbezüglich in seiner anerkannten Moraltheologie ‚Das Gesetz Christi’: "Die Heilige Schrift betont an vielen Stellen, dass die Götter ‚Nichtse’ sind, dass also der Götzendienst ins Nichts trifft. Da die Menschheit sich dessen bewusst sein könnte und müsste, dass es ihre Götter nicht gibt, ist ihr Götzendienst objektiv immer Verleugnung des wahren Gottes." 26) Und an anderer Stelle: "Objektiv ist jede Form des Götzendienstes der ganzen Art nach eine sehr schwere Sünde".27)

Die zweite Bedingung ist, dass es sich um einen öffentlichen Skandal handeln muß. Auch das ist hier gegeben. Die dritte Bedingung ist, dass der örtliche Ordinarius, in diesem Fall Msgr. Guerra, das offensichtliche Zutreffen der beiden ersten Bedingungen feststellen muß. 28) Diese Bedingung ist nicht erfüllt, da der Ortsordinarius groteskerweise selbst die Erlaubnis dazu gegeben hat und also befangen ist. Ein solcher Fall ist vom Kirchenrecht nicht geregelt. Hier greift darum die allgemeine Rechtslogik, die bestimmt, auf das alte Kirchenrecht (von 1917) zurückzugreifen, bis die Sache lehramtlich entschieden ist: Das alte Kirchenrecht kennt aber nur die beiden ersten Bedingungen, die offensichtlich erfüllt sind, so dass bis auf weiteres keine Hl. Messe mehr an diesem Ort gelesen werden darf, bevor nicht der Entsühnungsritus durchgeführt worden ist.



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SCHLUSSAUFRUF

 


ZITATNACHWEISE

  Im Archiv ihrer Internetseite zu finden unter den Stichworten: Hindus worship at Catholic Fatima altar

  In der integrierten Suchmaschine zu finden unter "Guerra"

  Dieser Artikel findet sich auf der Homepage von John Vennari: www.oltyn.com/cfn.htm

  zitiert in Catholic Family News, John Vennari "Shrine Rector Confirms New Ecumenical Orientation at Fatima"; auch einsehbar auf der Homepage von Vennari:

  vgl. (2); es ist der 4. Punkt der Erklärung

  vgl. (2)

  vgl. (2)

  vgl. (3)

  vgl. die

  vgl. (2); es ist der 5. Punkt der Erklärung

  vgl. (2); es ist der 6. Punkt der Erklärung

  Aus: Die großen Religionen, Ravensburger Buchverlag 2001, S. 207

  Quelle: India Mystica CD by Magic Software

  Vgl. (3)

  Vgl. die Herbstausgabe, Nr. 186

  Interview mit Spirit Daily, vgl.(4)

  Die amerikanische Organisation Fatima Crusader hat eigens einen Mitarbeiter zu SIC-Televisions nach Portugal geschickt, um sich die Authentizität dieser Aussage vom Reporter persönlich bestätigen zu lassen. Fatima Crusader bekam diese Bestätigung. Vgl. den Bericht von John Vennari

  Vgl. diese drei Zitate aus H.Ostermann, Die Weltreligionen und das Christentum, S.11,9,8

  Vgl. (3)

  Vgl. die Internetseite des Fatima-Weltapostolates

  in Nr. 186 (Herbstausgabe 2004)

  vgl. Häring, "Das Gesetz Christi", S.719: "Objektiv ist jede Form des Götzenkultes der ganzen Art nach eine sehr schwere Sünde

  vgl. hierzu eine Abhandlung in: Dict. Theol. C. de Vacant VII, 603s.

24)
  vgl. (2); es ist der 8. Punkt der Erklärung

25)
  Kanon 1211, CIC 1983

  Vgl. 22) S. 718

  Vgl. 22) S. 719

  Die Bedingungen werden genannt in Kanon 1211

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