Die interreligiöse Konferenz
 in Fatima vom
 
10.-12.Oktober 2003

Eine dokumentarische Auseinandersetzung
von Pater Andreas Mählmann


Text PDF   
Ein Augenzeugenbericht des
interreligiösen Kongresses in Fatima


Text PDF   
   
      Eine dokumentarische Auseinandersetzung
von Pater Andreas Mählmann, FSSPX  
 

 

 
Wir stützen uns bei der folgenden Dokumentation der Konferenz, soweit nicht anders angegeben, auf den Augenzeugenbericht von John Vennari, Herausgeber und Chefredakteur des katholischen Monatsmagazins Catholic Family News aus Niagarafalls, USA. Er hat persönlich an der Konferenz teilgenommen und Tonbandaufnahmen der Reden sowie Fotos angefertigt. Diesen Aufnahmen hat er die Zitate seines aufsehenerregenden Berichtes entnommen, der im englischen Original mit einer Anzahl von Bildern veröffentlicht ist unter: www.fatima.org/sprep111303.htm. Die deutsche Übersetzung finden Sie hier. Das Anliegen des Autors ist eine sachlich, nüchterne Darstellung und Beurteilung des Ereignisses, so wie sie sich aus der Erforschung der Quellen und anhand der Prinzipien des katholischen Lehramtes ergibt.   

Die Teilnehmer an der Konferenz

Ein Buddhist lädt ein nach Japan
in ein buddhistisches Heiligtum

Zu Beginn seines Artikels gibt John Vennari eine kurze Übersicht über die Ereignisse: "Vom 10. bis 12. Oktober 2003 wurde in Fatima eine pan-religiöse Konferenz unter dem Titel: ‚Die Gegenwart des Menschen - Die Zukunft Gottes: Die Stellung der Heiligtümer in Beziehung zur Heiligkeit’ veranstaltet. Der Kongreß wurde im neben dem Fatima-Heiligtum gelegenen ‚Pastoralzentrum Paul VI.’ durchgeführt. Ich bin zur Berichterstattung über diesen Kongreß nach Fatima gereist. Im Verlauf dieser Konferenz wurden die schlimmsten Häresien artikuliert, die ich jemals gehört habe... Wie dem auch sei, Teilnehmer waren modernistische Theologen und Kleriker, die über die Bedeutung religiöser Heiligtümer (d.h. aller Heiligtümer, seien sie katholisch, buddhistisch oder hinduistisch) diskutierten.
An den ersten beiden Tagen ergriffen überwiegend katholische Redner das Wort. Darunter der Bischof von Leiria-Fatima, D. Serafim de Sousa Ferreira e Silva, der Kardinal-Patriarch von Lissabon, Jose da Cruz Policarpo, der bekannte ‚Theologe’ Pater Jaques Dupuis und verschiedene andere portugiesische Träger eines ‚Dr. phil.’. Unter dem Vorsitz von Erzbischof Michael J. Fitzgerald, Präsident des päpstlichen Rates für den interreligiösen Dialog, kamen die Vertreter der verschiedenen Weltreligionen zu Wort - einschließlich Buddhisten, Hinduisten, Muslime, Orthodoxe, Anglikaner und Katholiken. Sie legten Zeugnis von der Bedeutung der ‚Heiligtümer’ in ihren religiösen Traditionen ab." Diese Darstellung deckt sich mit dem Bericht der Nachrichtenagentur Zenit vom 1. Januar 2004 (von Delia Gallagher) unter dem Titel ‚Building Project Raises Eyebrows’.

Das Thema der Konferenz und das Logo

"Die Gegenwart des Menschen - die Zukunft Gottes. Die Stellung der Heiligtümer in ihrer Beziehung zur Heiligkeit"

Der Titel der Konferenz ‚Die Stellung der Heiligtümer in ihrer Beziehung zur Heiligkeit’ erweckt den Anschein, als würden alle Heiligtümer, ob christlich oder nicht, ihren positiven Beitrag zur Heiligung des Menschen leisten. Das kommt einer indirekten Anerkennung aller Religionen als in sich gut und ‚von Gott gewollt’ gleich. Daß diese Interpretation des Titels zutreffend ist, beweist das Logo der Konferenz, das auf der Homepage des Fatima crusader einzusehen ist 1): Sie zeigt die Weltkugel mit den religiösen Heiligtümern der verschiedenen Weltreligionen. Unter ihnen ist die Basilika von Fatima eingereiht als eine von vielen, sie wird als gleichwertig dargestellt beispielsweise mit den Moscheen der Mohammedaner. In der Weltkugel steht geschrieben: "Die Zukunft Gottes - die Gegenwart des Menschen". — Es stellt sich die Frage, warum man hier von einer ‘Zukunft Gottes’ spricht, da Gott nach katholischem Verständnis doch der ewig Unveränderliche, der ewig Seiende ist? Es wird dadurch jedenfalls der Anschein erweckt, als könne sich Gott oder jedenfalls das wahre Gottesbild verändern, während im Gegensatz dazu von der ‘Gegenwart des Menschen’ die Rede ist, der unveränderliche (‘göttliche’?) Mensch also, der feststehend bleibt in sich! Ist dies zu weit hergeholt? Leider Nein. Es war kein anderer als der Rektor der Heiligtums, Mgr. Guerra, der auf dem Kongreß von einer Umwandlung "der Verehrung Gottes und seiner Mutter an diesem Heiligtum gesprochen hat"! 2)
Ein neues Fatima, ein interreligiöses Fatima ist also im Entstehen, wie es die aufsteigende Sonne am Horizont hinter den verschiedenen Heiligtümer bildlich darstellt. Große Ereignisse werfen ihren Schatten bekanntlich voraus: Schon auf der Titelseite der Sept./Okt.-Ausgabe der englischsprachigen Fatima-Zeitschrift der Blauen Armee in den USA SOUL, Jahrgang 2001, war ein Symbol zu sehen, das Elemente der verschiedenen Weltreligionen in sich vereint. Der Titel verkündet ungeschminkt eine zukünftige Welteinheitsreligion als die eigentliche Botschaft von Fatima: "Fatima - ein Ruf nach Einheit der Christen, Moslems und Juden. Eine Zeit des Friedens erscheint am Horizont". Wohl gemerkt: Es ist die Rede nicht nur von Frieden, sondern von Einheit! Mit der zukünftigen Vereinigung der Religionen, so verspricht dieser Titel, wird die Sonne des Friedens über diese Welt aufgehen. - Offensichtlich soll das Heiligtum von Fatima eine zentrale Rolle bei dieser Vereinheitlichung der Weltreligionen spielen, ein Prozeß der anscheinend von langer Hand vorbereitet ist und der nun vorangetrieben werden soll. Der interreligiöse Kongreß kann gewissermaßen als der öffentliche Startschuß gewertet werden, dass das Heiligtum von Fatima nun in diesem Sinn aktiv wird.

Dafür scheint die Zeit nun reif zu sein, denn der religiöse Indifferentismus, d.h. die religiöse Gleichgültigkeit, die alle Religionen für gleich gut hält, hat in unseren Tagen erschreckende Ausmaße angenommen. Zweifellos sind die in diesem Sinn Tätigen davon überzeugt, die Widerstände, die sich jetzt noch regen, mit der Fundamentalismuskeule ‚plattwalzen‘ zu können, da man die liberalen Medien im Rücken hat. Noticias de Fatima z.B. veröffentlichte am 7. Mai 2004 eine Verteidigung der ökumenischen Neuorientierung, in der Katholiken, die gegen diesen Ökumenismus Widerstand leisten, mit den Taliban verglichen werden. - Die von der UNO schon lange angestrebte Vereinigung der großen Weltreligionen nimmt damit auf einmal konkrete Formen an. Daß hiermit keine Schwarzmalerei betrieben wird, zeigen leider die folgenden Fakten.

nach oben...

Interreligiöse Konferenzen:
Wie beurteilt sie das Lehramt der Kirche?


Papst Pius XI.

Bevor die objektiv glaubensfeindlichen Inhalte der interreligiösen Konferenz in Fatima dargestellt werden sollen, scheint es sinnvoll, einen kurzen Blick darauf zu werfen, wie solche Konferenzen grundsätzlich vom Standpunkt des katholischen Glaubens aus zu beurteilen sind. Papst Pius XI. hat hierüber in seiner Enzyklika Mortalium animos (1928) ein eindeutiges Urteil gefällt, das auch heute noch bindend ist, weil die Prinzipien der göttlichen Religion unveränderlich sind. Der Papst belegt jene, die - wie wir heute sagen würden - ‘Ökumene betreiben’, d.h. jene, die meinen, "es werde sich bei aller Verschiedenheit der Völker bezüglich der religiösen Ansichten doch ohne Schwierigkeit eine brüderliche Übereinstimmung im Bekenntnis gewisser Wahrheiten als gemeinsame Grundlage des religiösen Lebens erreichen lassen" mit folgendem Urteil: "Sie halten zu diesem Zweck vor einer zahlreichen Zuhörerschaft Konferenzen, Versammlungen und Vorträge, zu denen sie alle ohne Unterschied zur Aussprache einladen: Heiden jeder Art und Christen, und endlich auch jene, die unseligerweise von Christus abgefallen sind oder die seine göttliche Natur und seine göttliche Sendung erbittert und hartnäckig bekämpfen. - Derartige Versuche können von den Katholiken in keiner Weise gebilligt werden. Sie gehen ja von der falschen Meinung jener aus, die da glauben, alle Religionen seien gleich gut und lobenswert... . Auf diese Weise kommen sie Schritt für Schritt zum Naturalismus (d.h. zur Leugnung der göttlichen Offenbarung, Anm.) und Atheismus. Daraus ergibt sich dann ganz klar die Folgerung, daß jeder, der solchen Ansichten und Bemühungen beipflichtet, den Boden der von Gott geoffenbarten Religion vollständig verläßt". 3) Dem ist an Deutlichkeit nichts hinzuzufügen. Schon bevor wir uns mit den Inhalten der Konferenz befassen, steht fest, daß die teilnehmenden katholischen Würdenträger nach dem Urteil des ordentlichen Lehramtes der Kirche schuldig geworden sind und mit ihrem Handeln den Boden der einzigen von Gott geoffenbarten Religion verlassen haben, weil sie dadurch gewissermaßen den Gottmenschen mit Götzen, weil sie die einzige auf göttlicher Offenbarung beruhende Religion mit anderen Religionen gleich stellen, die bestenfalls nur Menschenwerk, möglicherweise aber auch Teufelswerk sind.

nach oben...

Mgr. Guerra: Fatima soll ein
interreligiöses Heiligtum werden!

Wie zutreffend auf der ganzen Linie die Ausführungen des Papstes sind, hat vielleicht noch keine ökumenische Konferenz so deutlich gezeigt, wie jene im Oktober 2003 im Pastoralzentrum Paul VI., das neben dem Heiligtum gelegen ist, denn hier wurde das Ziel des heutigen Ökumenismus in aller Offenheit beim Namen genannt: die Welteinheitsreligion, in der alle Religionen gleichermaßen gültig sein sollen, tritt an die Stelle der missionarischen Bekehrung zur römisch-katholischen Kirche Jesu Christi. "Am Ende werden, so hoffen wir, die Christen bessere Christen sein und jeder Hindu ein besserer Hindu", so war in einem Vortrag aus dem Mund eines katholischen Priesters, des Jesuiten P. Dupuis, auf dem Kongreß zu hören. 4) (Wir werden noch genauer auf diese Person eingehen). — Und die höchsten Vertreter der katholischen Kirche Portugals spendeten dem ihren Beifall!Betrachten wir die Fakten im einzelnen. Der Rektor des Heiligtums, Mgr. Luciano Guerra hat auf der Konferenz wortwörtlich erklärt:

"Die Zukunft von Fatima, oder die Verehrung Gottes und seiner Mutter an diesem Heiligtum, muß umgewandelt werden in ein Heiligtum, wo sich die verschiedenen Religionen vermischen können (im Originaltext von John Vennari: to ‘mingle’). Der interreligiöse Dialog in Portugal und in der Katholischen Kirche ist zwar noch in seiner embryonalen Phase, aber das Heiligtum von Fatima stellt sich seiner universalistischen Berufung". 5)

So ungeheuerlich diese Aussage aus dem Munde des Heiligtum-Rektors ist, so kann ihre Echtheit doch nicht bestritten werden. Dieses Zitat Mgr. Guerras wurde wortwörtlich von zwei Zeitungen wiedergegeben: Von der Wochenzeitung Portugal News (Redaktionssitz in Algarve) in der Online edition vom 1. November und von der Lokalzeitung Noticias de Fatima, die sozusagen ‚direkt an der Quelle sitzt’. Ihre Titelseite vom 28. Oktober ist allein diesem Thema geweiht und trägt nur einen Riesentitel: "Santuário a varios Credos" — "Ein Heiligtum verschiedener Glaubensbekenntnisse". Das Titelbild zeigt den bunten Einzug verschiedener Teilnehmer des Kongresses auf den Weißen Platz von Fatima, alle angetan mit ihren liturgischen Gewändern. Im Untertitel wird die sensationelle Nachricht umrissen, dass Fatima in Zukunft eine Umwandlung erfahren wird in ein ‚Heiligtum’, wo die verschiedenen Religionen miteinander leben können: "O futuro de Fatima podera passar pela concretisacaó de un santuario onde comvivem diferentes religioes" — "Die Zukunft Fatimas wird dazu übergehen können, dass es ein Heiligtum wird, in dem verschiedene Religionen zusammenleben". John Vennari schreibt dazu: "In ihrer Ausgabe vom 28. Oktober wird über das interreligiöse Ereignis berichtet. Der Titel lautet: ‚Ein Heiligtum verschiedener Glaubensbekenntnisse’... Auf Seite acht derselben Ausgabe liest man die Überschrift ‚Heiligtum öffnet sich für den religiösen Pluralismus’, darunter der Untertitel ‚Das Heiligtum stellt sich seiner universalistischen Berufung in Bezug auf die verschiedenen Religionen". Dann werden die interreligiösen Ziele des Rektors Mgr. Guerra zitiert...". Es folgt das obige Zitat.

Was ist davon zu halten? Kann es nicht sein, dass die Zeitungen vielleicht eine Aussage Mgr. Guerras verdreht und unnötig aufgebauscht haben, ähnlich wie es in unserer deutschen Bild-Zeitung täglich geschieht? Nichts jedoch gibt indes Grund zu einer solchen Annahme. Wenn dem so wäre, dann müsste es doch eine öffentliche Richtigstellung Mgr. Guerras` geben, in der er sich quasi postwendend mit Empörung von den verzerrten Aussagen distanziert und seinen genauen Wortlaut klarstellt. John Vennari schreibt bezüglich dieser Frage in seinem Bericht Ende November 2003: "Seit der Veröffentlichung dieses Berichtes in ‚Noticias des Fatima’ ist fast ein Monat vergangen und Mgr. Guerra hat diese Worte weder bestritten, noch zurückgenommen". Nichts anderes war im übrigen zu erwarten, denn Noticias de Fatima ist keine Bild-Zeitung, sondern steht mit dem Heiligtum auf gutem Fuß. Daher ist von vornherein zunächst einmal zu befürchten, daß alles seine Seriosität hat und so auch vom Rektor des Heiligtums beabsichtigt war. Diese traurige Wahrheit wird leider in der Tat durch das Schweigen Mgr. Guerras bestätigt, trotz zahlreicher Anfragen, die in der Folge an ihn gestellt wurden. Der katholische Reporter Christopher Ferrara beispielsweise, kontaktierte im Namen der katholischen Zeitschrift The Remnant am 23. November 2003 das Heiligtum per Fax, in dem er Fragen über die neue pan-religiöse Initiative des Heiligtums aufwarf und Mgr. Guerra bat, die Zitate, die ihm von Portugal News und Noticias de Fatima beigelegt werden, zu bestätigen oder zurückzuweisen. Mgr. Guerra antwortete nicht. Ebensowenig antwortete er auf eine Nachfrage per Email vom 10. November 2003. (Vgl. Vennaris’ Antwort auf die Erklärung des Heiligtum-Rektors vom 28.12.2003 "Shrine Rector Confirms New Ecumenical Orientation at Fatima", auf der Webside des fatima crusader). Mehr ‚Glück’ hatte die Nachrichtenagentur Zenit, das bevorzugt wurde mit einer dreiseitigen Fax-Antwort der Fatima-Autoritäten. Delia Gallagher, Zenit-Mitarbeiterin und Empfängerin des Fax berichtet unter Datum vom 1. Januar 2004 auf der Zenit-Seite: "Die Leitung der Diözese Leiria-Fatima, Bischof Serafim de Sousa Ferreira e Silva, hat mir eine drei Seiten lange Erklärung gefaxt und zwar vom Rektor des Heiligtums, öffentlich abgegeben am 28. Dezember 2003. Der Brief bezieht sich auf die Neuigkeiten, die von Portugal News veröffentlicht wurden, einschließlich Mgr. Guerras Erklärung, dass das Heiligtum ein Ort werden wird, ‚wo sich die verschiedenen Religionen mischen können’". Es ist keine Rede davon, dass diese Aussage nicht authentisch sei! Im Gegenteil: Der Heiligtums-Rektor stellt nüchtern fest, dass Portugal News eine solche Aussage veröffentlicht habe, zitiert sie sogar wortwörtlich, geht aber in seinem Kommentar nicht darauf ein, sondern "redet um den heißen Brei herum". Die ganze Erklärung ist ein Werben für die Öffnung Fatimas für den interreligiösen Dialog und eine Warnung vor "Extremismus", der "zu Fundamentalismus, Fanatismus und Terrorismus führen könne". Sie kann unter dem Datum des 28. Dezember auf der Hompage des Heiligtums eingesehen werden. Tatsache ist also, dass Mgr. Guerra bis heute nicht die richtige Wiedergabe seiner Aussagen abgestritten hat, die in Portugal News und Noticias de Fatima berichtet werden und also muß man annehmen, will man nicht naiv handeln, dass er es ernst meint und seinen Worten Taten folgen lässt.

nach oben...

Die Fatima-Botschaft
eine Ermahnung zum interreligiösen Dialog?

Aber wie erklärt man diese Ungeheurlichkeit - "Ein Heiligtum, wo die verschiedenen Religionen sich vermischen können" (!) - jenen Katholiken, die an die Botschaft von Fatima glauben und in ihr ‚immer noch’ einen Beweis für die ausschließliche Wahrheit der katholischen Religion und die alleinseligmachende katholische Kirche finden? Seine Lösung ist die Instrumentalisierung der Fatima-Botschaft für den interreligiösen Dialog, und zwar nach dem Motto: Die Muttergottes selbst will es! Wie man in seiner offiziellen Erklärung von 28. Dezember (6) nachlesen kann, behauptet Mgr. Guerra, "dass die Erscheinungen in Fatima Ermahnungen (!) zum interreligiösen Dialog waren". 7) Da es in der ganzen Botschaft jedoch kein einziges Wort der Muttergottes gibt, das auch nur annähernd als Aufruf zum interreligiösen Dialog verstanden werden könnte, greift Mgr. Guerra zu Erklärungen, die nur als ‚bei-den-Haaren-herbeigezogen’ bezeichnet werden können: "Die Tatsache, daß Fatima (der Ort, den die Muttergottes für ihre Erscheinung ausgewählt hat, Anm.) ein muslimischer Name ist, zeigt an, daß das Heiligtum für ein Nebeneinander verschiedener Religionen geöffnet werden muß". (8) In seiner schon erwähnten Erklärung vom 28. Dezember legt er dar, dass hier besonders der Dialog mit den "Brüdern südlich von uns", d.h. mit dem Islam gemeint sei. Welch eine Kühnheit, die Muttergottes dafür einspannen zu wollen! Weiß Mgr. Guerra in seiner Eigenschaft als Rektor des Heiligtums nicht, daß die Ortschaft Fatima nach einer alten Überlieferung ihren Namen von der Tochter des mohammedanischen Fürsten von Alcacer do Sal hat, welche in der Zeit der Rückeroberung ehemals katholischer Gebiete aus islamischer Gewalt und des ersten Königs von Portugal von einem Kreuzfahrer (Gonçalo Herminguès) gefangen genommen wurde?! Letzterer verlangte, sie zu heiraten, woraufhin sie sich katholisch taufen ließ und den Namen Oureana annahm. Daher auch der Name der Stadt Ourèm, unweit von Fatima. Sie starb früh und wurde beim heutigen Fatima begraben, das ihren Namen erhielt. 9) Die Wahl des Ortes spricht also vielmehr dafür, daß die Moslems sich zur katholischen Kirche bekehren sollen, sie spricht für den Missionsauftrag Christi, den die Kirche empfangen hat (vgl. Mt28,18) ! Ein zweiter Bezug zur Botschaft, den Mgr. Guerras herstellt, erscheint noch unsinniger. Er bezieht sich in ihr auf die Erscheinung des Engels, bei der die drei Seherkinder von Fatima die Hl. Kommunion empfangen durften und insbesondere auf den Umstand, dass der Engel sich mit dem Haupt vor der hl. Kommunion bis zur Erde niederneigte und anbetete und auf den zweiten Umstand, dass er die Hl. Kommunion den Kindern sowohl unter Brotsgestalt als auch unter der Gestalt des Weines darreichte. Mit Erstaunen muß man lesen, dass Mgr. Guerra diese Handlungen des Engels in seinem Kommunique vom 28. Dezember 10) folgendermaßen erklärt: "Angesichts der Tatsache, dass beide Praktiken (die Verneigung bis zum Boden und die Kommunion unter beiderlei Gestalten, Anm.) seit Jahrhunderten in der Lateinischen Kirche außer Brauch gekommen sind, ist es annehmbar — ja es scheint sogar verbindlich — darin eine Einladung zu sehen, Fatima mit den orientalischen Kirchen in Beziehung zu setzen, sowohl mit der katholischen also auch mit der (schismatischen, Anm.) orthodoxen Kirche. Mit anderen Worten: die Botschaft des Engels des Friedens enthält einen Aufruf zum ökumenischen Dialog mit solchen Kirchen, die von Rom seit mehr als tausend Jahren getrennt sind... ". — Man fragt sich, warum das in den knapp 90 Jahren seit der Erscheinung noch niemanden aufgefallen ist?! Der Grund ist klar: Wer sich mit Fatima ein wenig auseinandergesetzt hat, weiß, dass die Muttergottes bei ihren Erscheinungen auch etwas gesagt hat, das die schismatische russische Kirche betrifft und das dem diametral widerspricht! Daß sie nämlich will, dass Russland feierlich ihrem Unbefleckten Herzen geweiht werde und zwar durch den Papst im Verein mit allen Bischöfen der Welt am selben Tag und dass sie verspricht, daraufhin werde Russland sich bekehren. Was aber heißt Bekehrung? Bekehren müssen sich in den Augen Gottes alle, die (noch) nicht katholisch sind, also nicht nur die Atheisten, sondern auch sämtliche Glieder der orthodoxen Kirche. Es war der heilige Papst Pius X., der darauf hingewiesen hat, dass objektiv gesehen die Mitglieder der orthodoxen Religion sich nicht nur von der Einheit der Kirche getrennt haben, sondern auch der Häresie (d.h. dem Glaubensabfall) verfallen sind, weil sie sich weigern anzunehmen: 1. Die katholische Lehre von den Hervorgängen der Personen in der heiligsten Dreifaltigkeit 2. Die unbefleckte Empfängnis Unserer Lieben Frau 3. Die Unfehlbarkeit des Papstes wie sie auf dem ersten Vatikanischen Konzil dogmatisiert wurde und 4. Den Primat des Papstes. 11) Die Bekehrung auch der Orthodoxen, von der die Muttergottes hier auch spricht, bedeutet, dass sie ihren Irrtümern in diesen Punkten abschwören und sich, um ihres Heiles willen, zur Wahrheit der katholischen Kirche bekehren müssen. Eine andere ‚Bekehrung’ kennt der Himmel nicht. Zu sagen, die Botschaft von Fatima würde "eine Mahnung" zum interreligiösen Dialog sein, der aus Russland - wie Kardinal Kasper erst vor kurzem in einem Interview mit dem PURmagazin Nr 9/2004 geäußert hat - "nicht ein katholisches Russland" machen soll, heißt Gott versuchen. Der Vater will angebetet werden "im Geist und in der Wahrheit", bezeugt der Heiland (Joh4,23), d.h. in der Wahrheit der katholischen Religion. — Ganz dementsprechend hat Unsere Liebe Frau von Fatima gesagt: "Gott möchte die Verehrung meines Unbefleckten Herzens in der Welt begründen", und nicht: "Gott möchte in der Welt den ökumenischen Dialog begründen", einen Dialog, der die Seelen in der Finsternis ihrer falschen Religion belässt und nur den weltlichen Frieden zum Ziele hat. Dieser Wahnsinn ist aber exakt das, was Mgr. Guerra mit der Umwandlung Fatimas bewirkt.Aber damit noch nicht genug: Mgr. Guerra zieht hier nicht nur den Bogen zu den Orthodoxen, sondern auch zu allen anderen Religionen, ja sogar einschließlich der Atheisten: "Was aber die Gläubigen der anderen Religionen angeht, und sogar auch die vielen Menschen ohne Religion, so gibt die Botschaft von Fatima einen diskreten Aufruf: Weil (der Engel) sich selbst bis zum Boden verneigt und dabei ein Gebet spricht, das keine Anlehnung an eine bestimmte Religion enthält (es enthält nur die Begriffe von Glaube, Hoffnung und Liebe), scheint es uns nicht anmaßend, vor dem Hintergrund, dass alle Menschen von Gott erschaffen sind und von ihm geliebt werden, uns um ernsthafte Kontakte zu anderen Religionen, mit Agnostikern und sogar mit Atheisten zu bemühen". 12)

Das soll doch wohl heißen, dass es sich hier um einem Engel handelt, der den Kindern von Fatima ökumenische Gebete beigebracht hat?! Man kann es fast nicht glauben, dass Mgr. Guerra so etwas im Ernst ausspricht. Warum nennt er nicht auch das zweite Gebet, dass dieser Engel den Kindern beigebracht hat und dass er bei seiner dritten Erscheinung unmittelbar an das erste anhängt? In diesem zeigt sich nämlich klar, dass mit der Anrufung "Mein Gott" im ersten Gebet ausschließlich die Heiligste Dreifaltigkeit gemeint ist ("Heiligste Dreifaltigkeit, Vater, Sohn und Heiliger Geist...") und dass also Gott von den Kindern hier erwartet hat, dass sie gerade für all jene beten, die Ihn noch nicht anbeten als "Vater, Sohn und Heiliger Geist". Die Gebete des Engels von Fatima sind ein eindeutiger Aufruf, für die Bekehrung sämtlicher Nichtkatholiken zu beten und nicht eine "Ermahnung" zum interreligiösen Dialog, an dessen Ende hoffentlich "die Christen bessere Christen" sind und "jeder Hindu ein besserer Hindu" ist. 13) Wer so mit Texten umgeht, verliert jede Glaubwürdigkeit.

nach oben...

Mit der Fundamentalismuskeule gegen Proteste

Mit diesen Erklärungen ließen sich die wenigsten besorgten Seelen zufriedenstellen, die Proteste dauern fort. Und so bleibt mangels ernstzunehmender Argumente Mgr. Guerra nur noch ein Ausweg, nämlich all jenen, die es wagen zu protestieren, den guten Ruf abzusprechen: Katholiken, die sich den gesunden Menschenverstand und den katholischen Glaubenssinn bewahrt haben und die die Ankündigung und Erklärung Mgr. Guerra’s nicht schlucken wollten, sondern vor Ort gegen den Kongreß protestierten, wurden vom ihm als "von gestern" und "geistig engstirnig", als "fanatische Extremisten" und "Provokateure" bezeichnet. 14) In gleicher Weise schmetterte der Bischof der Diözese Leira-Fatima, Serafim de Sousa Ferreira e Silva alle Proteste im Anschluß an den Kongreß ab mit dem einen Satz "Wir sind keine Fundamentalisten!" 15) So tief sind diese kirchlichen Amtsträger also schon gesunken: Wer es noch wagt, den Missionsauftrag Christi, das erste Gebot Gottes und damit das Evangelium zu verteidigen, wird mit der Fundamentalismuskeule ‚erschlagen’. Man zögert nicht, diese ‚Keule’ sogar auch gegen Schwester Luzia einzusetzen, was den wahren Geist dieser ‚Hirten’ offenbart. — John Vennari berichtet: "Am Nachmittag befragte eine kleine Gruppe junger traditioneller Katholiken den Kardinal-Patriarch von Lissabon über die neue interreligiöse Orientierung. Ein Jugendlicher zitierte einen Ausschnitt aus Schwester Lucias Buch "Aufrufe der Botschaft von Fatima", wo sie gläubig die Bedeutung des 1. Gebotes erläutert. Der Kardinal erwiderte: "Schwester Lucia ist heute kein Bezugspunkt mehr, da wir soviel Gutes durch das Zweite Vatikanische Konzil haben." 16)

Was heißt hier Schwester Luzia ist kein Bezugspunkt mehr? Schwester Luzia hat hier nichts anderes getan, als die gesunde Lehre des Katechismus wiedergegeben. Ist also auch das erste Gebot kein Bezugspunkt mehr? Die abweisende Kälte dieser Aussage offenbart den Mangel an ernstzunehmenden Argumenten.

nach oben...

Ein Jesuit plädiert in Fatima für die Welteinheitsreligion

Das ist leider aber erst der Anfang der haarsträubenden Informationen aus dem Bericht von John Vennari. Er berichtet weiter, daß Pater Jacques Dupuis, ein belgischer Jesuit, auf dem Kongreß die Vorhersage einer baldigen Vereinigung aller Weltreligionen wagte und sich selbst positiv (!) dafür einsetzte: "Die Religion der Zukunft wird ein allgemeines Zusammenlaufen aller Religionen in den einen universalen Christus sein, der jedermann zufriedenstellen wird". 17)Es ist klar, daß mit diesem universalen Christus nicht unser Herr und Heiland gemeint sein kann, denn Er wird immer Widerspruch erfahren: "Ich bin nicht gekommen, um Frieden zu bringen, sondern das Schwert" (Mt10,34). Und Er ist nicht gekommen, alle Menschen "zufriedenzustellen", sondern um ihnen die Annahme des Kreuzes als den Weg des Heils zu predigen: "Wer sein Kreuz nicht auf sich nimmt, ist meiner nicht wert" (Mt10,38). Der Christus, von dem P. Dupuis hier spricht, ist offenbar der Christus, den bekanntlich die diesseits orientierte New-Age-Bewegung erwartet, der New-Age-Christus, der der Welt den Frieden bringen soll, ohne aber die Wahrheit der göttlichen Offenbarung zur Grundlage zu legen.

Pater Jaque Dupuis, ein Jesuit, der nicht mehr den Namen "katholisch" verdient.

Im Gegenteil. P. Dupuis erklärte im Gegensatz zur Hl. Schrift weiter: "... die anderen religiösen Traditionen, die in der Welt existieren, sind Teil eines göttlichen Planes für die Menschheit. Der Heilige Geist ist gegenwärtig und an der Arbeit in den ‘heiligen’ Texten des Buddhismus, des Hinduismus, der Christen und Nichtchristen". 18)Dies ist eine Gotteslästerung, da er damit behauptet, daß Gott auch die anderen Religionen gleichermaßen positiv will, während sie doch in Wirklichkeit die Menschen davon abhalten, zur Wahrheit zu kommen! Wie es bei einem Schlüssel ausreicht, dass nur ein kleiner Zahn nicht korrekt ist, so dass er nicht für das Schloß paßt, so reicht in einer nichtkatholischen Religion auch nur eine Unwahrheit aus, um alles andere Gute in dieser Religion in der Entfaltung seiner guten Wirkung zu hemmen. Wie soll beispielsweise im Islam ein gläubiger Moslem zu einer Liebesreue über seine Sünden kommen können, da der Islam doch das christliche Bild des gütigen Vatergottes verachtet!? Der Hl. Geist ist nicht ein Geist der Lüge, sondern der Wahrheit!Hat P. Dupuis nie gelesen, was das heilige Konzil von Trient in Übereinstimmung mit der ganzen Tradition und mit Berufung auf Hebr.11,6 für alle Zeit unfehlbar festgeschrieben hat, daß es nämlich ohne den katholischen Glauben nicht möglich ist, Gott zu gefallen?! 19) Er sollte es sich zu Herzen nehmen, denn das betrifft auch ihn. P. Dupuis fährt erklärend fort: "Die Universalität der göttlichen Herrschaft erlaubt dies. Es sind einfach unterschiedliche Wege des Fortschritts hin auf das gemeinsame Geheimnis der Erlösung. Am Ende werden, so hoffen wir, die Christen bessere Christen sein und jeder Hindu ein besserer Hindu". 20) - Wo bitteschön steht das in der Hl. Schrift? Hat nicht der Heiland von nur einem Weg gesprochen, der Er selber ist (vgl. Joh14,6) und davon, dass verdammt wird, wer nicht alles annimmt, was er den Aposteln zu halten geboten hat? (Vgl. Mk16,16;Mt28,18).

nach oben...

Die UNO und die Vereinigung der Weltreligionen

Mit diesen Zitaten nimmt eindeutig die freimaurerische Welteinheitsreligion auf einmal ganz konkrete Züge an und der Ökumenismus ist - nun ist es offen gesagt - das Mittel, um dorthin zu gelangen! Dies wird auch bestätigt durch eine Meldung der Portugal News vom 20.09.2003. Die Zeitung schreibt, sie hätte von einem Sprecher des Fatima-Heiligtums die Auskunft erhalten, der interreligiöse Kongreß würde unter der Schirmherrschaft der UNO-Organisation ‚Weltkonferenz für Religion und Frieden’ (WCRP) stattfinden. 21) "Die Geschichte dieser Organisation", so berichtet Portugal News weiter mit Bezugnahme auf eine 800 Seiten lange italienische Studie mit dem Titel ‚La Faccia Occulta della Storia’, "kann zurückverfolgt werden bis zum Jahr 1993, als Sir Sigmund Sternberg, der Direktor des ‚Internationalen Rates von Christen und Juden’ (ICCJ), ein Treffen in Chicago organisierte, auf dem die religiösen Führer der Welt sich darin einigten, ein ‚Parlament der Religionen’ (PR) einzusetzen. Die Idee dabei war, eine internationale Autorität zu schaffen, die sich um die Vereinigung der Weltreligionen bemüht und so einen "spirituellen Zweig" der UNO bildet, sozusagen eine ‚Kirche der UNO’ Das letzte Ziel der Mitglieder dieses Parlaments ist die Vereinigung der wichtigsten Religionen der Welt unter der Schirmherrschaft eines Globalisierungsplans der UNO. 1994 traf sich der WCRP auf Einladung des Papstes im Vatikan, auf dem sich 1000 Vertreter von 15 verschiedenen heidnischen und christlichen Religionen versammelten, um sich auf einen Plan zu verständigen, der die ökumenischen Initiativen koordiniert". 22) Also haben die Warner vor dem neuen ökumenischen Geist doch Recht gehabt, wenn sie sagten, er sei nicht katholisch, sondern freimaurerisch und diene nicht der katholischen Mission, sondern der freimaurerischen Gegenkirche, die alle Religionen als gleich gültig in sich vereint, wie es im übrigen auch offen aus Freimaurermund zugegeben wird: "Es kann durchaus gesagt werden, daß der Ökumenismus der legitime Sohn der Freimaurerei ist... In unserer Zeit hat unser Bruder Franklin Roosevelt für alle die Möglichkeit gefordert, bei der Gottesverehrung ihren eigenen Grundsätzen und Überzeugungen folgen zu dürfen. Dies ist Toleranz ebenso wie auch Ökumenismus. Wir traditionellen Freimaurer gestatten es uns, diesen Ausdruck eines gefeierten Staatsmannes zu wiederholen und den Umständen anzupassen: Katholiken, Orthodoxe, Protestanten, Israeliten, Muslime, Hindus, Buddhisten, Freidenker, Freigläubige sind ihre Vornamen. Ihr Familienname lautet Freimaurerei", 23) so der französische Freimaurer Baron Yves Marsaudon. — Und nun soll Fatima instrumentalisiert werden für diese Bestrebungen! Anders lassen sich die klaren Worte von Mgr. Guerra nicht interpretieren: "Die Zukunft von Fatima, oder die Verehrung Gottes und seiner Mutter an diesem Heiligtum, muß umgewandelt werden in ein Heiligtum, wo sich die verschiedenen Religionen vermischen können". Angesichts der Art und Weise, wie Mgr. Guerra die Botschaft von Fatima, wie wir gesehen haben, für diese ökumenischen Bemühungen missbraucht, ja verdreht, kann es nicht beruhigen, wenn er in seiner Erklärung vom 28. Dezember 2003 erklärt, die Äußerungen von Portugal News in Bezug auf einen Zusammenhang zwischen der Konferenz und der UNO, würden jeder Grundlage entbehren, vielmehr sei die Idee des Kongresses vollständig hervorgegangen aus dem Rektorat des Heiligtums und sie habe ihre Inspiration nicht von der Weltkonferenz für Religion und Frieden, sondern "im Studium der Botschaft von Fatima...". Das ist alles andere als glaubwürdig. Wenn Mgr. Guerra sich von der Botschaft von Fatima hätte inspirieren lassen, wäre die Konferenz nicht ein Treffen zum interreligiösen Dialog gewesen, sondern ein katholisches Sühnegebetstreffen für die Bekehrung der Sünder, die wie die Muttergottes in Fatima am 13. Juli 1917 warnte, in Gefahr sind, für immer in die Hölle zu fallen. Hätte er sich von den übernatürlichen Ereignissen in Fatima inspirieren lassen, dann wäre des Treffen zu einem großartigen Lobpreis der allerheiligsten Dreifaltigkeit geworden und man hätte wie der Engel bei seiner dritten Erscheinung gebetet für alle Nichtkatholiken, die nicht an die heiligste Dreifaltigkeit "glauben", nicht auf sie "hoffen" und sie "nicht anbeten". 24) P. Dupuis’ Worte auf dem Kongreß geben also nichts anderes als die schön verpackte freimaurerische Lehre wieder, die nicht ‘von oben’ ist. Es war Papst Pius VIII., der über die Freimaurer feststellte: ‘Ihr Gott ist der Teufel.’ 25) Vor diesem Hintergrund ist es verständlich, wenn P. Dupuis - auf der Konferenz auf das Dogma "Außerhalb der Kirche kein Heil" angesprochen - sagte: "Es besteht kein Bedürfnis, sich auf diesen schrecklichen Text des Konzils von Florenz aus dem Jahre 1442 zu beziehen." Und doch ist es unfehlbare katholische Lehre, die verpflichtend zu glauben ist, wenn man noch zur katholischen Kirche gehören will. 26) Dieses Dogma ergibt sich aus der Tatsache, dass es nur eine göttliche Offenbarung und nur eine von Gott gegründete Kirche gibt, wie auch nur eine Wahrheit existiert. Das 1. Vatikanische Konzil lehrte 1870, dass nicht einmal ein Papst die Vollmacht hat, eine dogmatisierte Lehre abzuändern. 27)

nach oben...

Kann nicht sein, was nicht sein darf?

Wir beklagen, daß viele, die für sich in Anspruch nehmen, der Verbreitung der Botschaft von Fatima zu dienen, nicht bereit sind, die Not der Stunde anzuerkennen und Alarm zu schlagen, ihre Leser nur grundlos beruhigen und nicht gegen einen falschen Ökumenismus auftreten, der die Seelen in der Finsternis belässt. Vertrauen auf die Muttergottes ist gut und notwendig, aber einfach zu schreiben wie in FATIMA RUFT Nr.186/Herbst2004: "Also keine Bange! Theologen und Rektoren kommen und gehen. Aber Fatima bleibt Fatima! Dafür sorgt die Madonna, die der Schlange den Kopf zertritt!", hat mit Vertrauen nicht viel zu tun. Das ist ein bewusstes die-Augen-schließen, obwohl die Situation offen zu Tage liegt, ein selbsttrügerisches Untätigsein, ein verbissenes ‚Es kann nicht sein, was nicht sein darf’.

Wer, der Maria wirklich liebt, kann denn seine Hände angesichts solcher Ankündigungen ruhig im Schoß liegen lassen?! Auch wenn man sich vielleicht machtlos fühlt, so ist doch die Zuflucht zum Gebet die natürlichste Reaktion, wenn man hört, daß der Muttergottes eine solche Schmach zugefügt wird, daß ihr Heiligtum in ein ‚Heiligtum’ für alle Religionen umgewandelt werden soll. Doch einen solchen Aufruf sucht man in FATIMA RUFT Nr.186, vergeblich. Die zitierten Worte bilden den Schluß des Leitartikels unter dem Titel "Fatima bleibt Fatima!" Der ganze Artikel ist eine einzige Weigerung, zur Kenntnis zu nehmen, was auf der interreligiösen Konferenz offen ausgesprochen wurde. Es muß geradezu als schönrednerisch gewertet werden, wenn in diesem Artikel auf Seite fünf lapidar konstatiert wird: "...Daß auf solchen Kongressen auch Theologen auftreten, die mit der katholischen Lehre unvereinbare Meinungen vertreten, passiert leider immer wieder. Daraus zu schließen, ganz Fatima werde deshalb in ein interreligiöses Heiligtum umgewandelt, ist einfach Unsinn".
Es sei einmal eine Gegenfrage erlaubt: Warum denn hält sich das Fatima-Heiligtum bis heute damit zurück, die Vorträge der interreligiösen Konferenz zu veröffentlichen, wie es doch normal wäre bei einem Ereignis von solcher Tragweite! Aber darauf warten wir nun schon seit fast einem Jahr vergeblich
. Was allerdings vorliegt, ist eine offizielle Erklärung, die der Kongreß herausgegeben hat. Diese spricht sich, wie Portugal News am 1. November 2003 auf der Titelseite berichtete, klar für eine Annäherung aller Religionen ohne ‚Bekehrungsversuche’ aus: "Keine Religion darf ... sich selbst stärken, indem sie die anderen ‚herunterspielt’. Ein offener Dialog ist der Weg, Brücken zu bauen und Mauern von jahrhundertelangem Haß einzureißen. Was notwendig ist, ist dass jede Religion ihrem integralen Glauben treu bleibt und jede andere Religion als gleich gültig anerkennt...". Wer meint, solche Erklärungen seien nur ‚Worte’ ohne weiteren Einfluß, muß sich eines besseren belehren lassen: Schon eine Woche später, am 8. November 2003 berichtete Portugal News, von einem Treffen der Innenminister der EU, auf dem "in Folge des Kongreßes ... am Heiligtum in Fatima" die Minister zu einem "Zusammenkommen der europäischen Religionen" aufriefen, um "Frieden und Wohlstand in der Europäischen Union sicherzustellen". Katholischerseits war Erzbischof Antonio Llovera zugegen. — Dies zeigt, dass die Idee einer ‚Welteinheitsreligion’, in der die Gläubigen Seite an Seite unter einem Dach zusammenleben, sich einer sehr viel weiteren Verbreitung erfreut, als nur in den Köpfen einiger ‚Häretiker’. Die Befürchtung, dass Fatima in diesen weltweiten Prozeß eingebunden werden soll, einfach als "Unsinn" beiseite zu schieben, ist darum naiv. Der Leser erwartet mit Recht, daß er in seinen Befürchtungen um das Heiligtum unserer Lieben Frau ernst genommen wird. Dem wird von FATIMA RUFT in keiner Weise Rechnung getragen. — Die Taten, die Mgr. Guerra seinen Worten folgen ließ, zeigen leider, dass unsere schlimmsten Befürchtungen schon jetzt übertroffen wurden. Wir werden darauf in den nächsten beiden Dokumentationen eingehen.

Es heißt Augenwischerei zu betreiben, wenn man das Auftreten eines P. Dupuis auf der Konferenz in Fatima als eine Art Mißgriff beschreibt, den man sozusagen trotz aller Vorsicht nie ganz ausschließen könne (FATIMA RUFT: "Daß ... Theologen auftreten, die mit der katholischen Lehre unvereinbare Meinungen vertreten, das ‘passiert leider immer wieder’"). Schließlich war er einer der beiden Hauptredner, der sogar die Ehre hatte, mit seinem Vortrag den Einstieg in das Thema des Kongreßes am Freitag, den 10. Oktober 2003 zu geben. Da überlegt man sich doch wohl genau, wen man einlädt. - Und P. Dupuis ist schließlich nicht irgendeiner, sondern schon seit vielen Jahren bekannt als Vordenker der "Theologie der Religionen". Dieser Titel wurde ihm beigelegt anläßlich einer Ehrung durch die päpstliche Universität Gregoriana zu seinem 80. Geburtstag 28). Was er darunter versteht, erklärte er auf der Konferenz: Er forderte die Zuhörer auf, die anderen Religionen keinesfalls als "nicht-christlich" zu bezeichnen, da es sich hier um eine negative Beurteilung handeln würde, die der Realität nicht gerecht werde, weil sie "genau das nicht sind". Stattdessen solle man sie als "die Anderen" 29) bezeichnen. Ohne Zweifel schlägt dieser Mann Wege ein, die vom Lehramt der Kirche nicht mehr getragen werden. Mit seinem 1997 erschienenen Buch "Auf dem Weg zu einer christlichen Theologie des Pluralismus" ist er 1988 in Konflikt mit der Glaubenskongregationen geraten. Nachdem er einige "dogmatische Klarstellungen" unterzeichnet hatte, durfte er seine Lehrtätigkeit an der päpstlichen Gregoriana fortsetzen; geändert hat er seine Haltung nicht, wie sein Vortrag zeigt. 30)

Monsigneur Guerra applaudiert den glaubensfeindlichen
Thesen von Pater Dupuis.

Am deutlichsten zeigte aber die Reaktion der Konferenzteilnehmer auf die unverschämten Äußerungen von Pater Dupuis, daß es kein Mißgeschick war, das "leider" passiert ist und keine weiteren Auswirkungen haben wird, wie FATIMA RUFT glauben machen will. John Veenarie erzählt: "Nach seiner Rede erhielt er tosenden Applaus! Am beunruhigendsten ist dabei die Tatsache, daß sich die höchsten Kleriker der portugiesischen Kirchenhierarchie im Konferenzraum befanden und von der Apostasie Dupuis (d.h. von seinem Glaubensabfall, Anm.) begeistert zu sein schienen. Links von mir saß der Rektor der Fatima-Heiligtums, Mgr. Luciano Guerra, der die Rede Dupuis mit langem Beifall bedachte. (Ich habe die Szene fotografiert). Rechter Hand von mir Seite saß der Apostolische Nuntius von Portugal, der mit seinem Applaus für die Rede Dupuis ebenfalls nicht zurückhielt. Gemessen an seinem lang anhaltenden Applaus, schien auch der Bischof von Leila-Fatima, Seraphim de Sorsa Ferreira e Silva, von dieser Rede äußerst angetan gewesen zu sein".31)Ein anderer "Beruhigter" neben FATIMA RUFT ist Mgr. L. Vogel vom Fatima-Weltapostolat in Petersberg. Mit einer Erklärung von einer halben Seite 32) meint er, alles "gerade biegen" zu können. Zum interreligiösen Kongress, den wir hier behandelt haben, findet sich nur der eine Satz: "Vom katholischen Glauben, der allein die Wahrheit birgt, wurde und wird nichts aufgegeben zu Gunsten eines oft zitierten freimaurerischen Grundsatzes, als hätten alle Religionen gleiches Recht". Es kann ihm angesichts seiner verantwortungsvollen Stellung für das Fatima-Apostolat nicht der Vorwurf erspart bleiben, sich besser zu informieren. Ein weiterer Kommentar erübrigt sich.

nach oben...

 

SCHLUSSAUFRUF


ZITATNACHWEISE

  fatima.org/sprep111303.htm

  Dieses Zitat wurde wortwörtlich von den beiden örtlichen Zeitungen veröffentlicht: 1. Bei Portugal News in der Online edition vom 1. November 2003 und ebenfalls bei Noticias de Fatima

  Heilslehre der Kirche, Paulusverlag, S. 670f

  Augenzeugenbericht von John Vennari; auf deutsch bei: fsspx.info

  Dieses Zitat wurde wortwörtlich von den beiden örtlichen Zeitungen veröffentlicht: 1. Bei Portugal News in der Online edition vom 1. November 2003 und ebenfalls bei Noticias de Fatima, die mit dem Heiligtum auf gutem Fuß steht und daher eine sichere Quelle ist.

  siehe die Erklärung vom 28.12.2003 auf der Homepage des Fatima-Heiligtum

  vgl. (6)

  vgl (6)

  vgl. Frere Michel de la Sainte Trinite, "Toute la vèritè sur fatima", Saint parres-lès-vaudes, 1986; Bd. 1, S.59 u.107. Dies ist das unbestritten beste Standartwerk zu Fatima; 1990 auch in Englisch veröffentlicht unter dem Titel "The Whole Truth about Fatima" bei Immaculate Heart Publications, New York; vgl. auch "A New Fatima for a New Church", Part I v. Christopher Ferrara in der Zeitschrift The Fatima Crusader, Winter 2004

  vgl. (6)

  siehe "Ex Quo" von Papst Pius X., 1910

  vgl. (6)

  Augenzeugenbericht von John Vennary; auf deutsch bei: fsspx.info

  Portugal News, Online edition vom 1. November

  Vgl. (14) sowie: den Schlußsatz des Fatimaartikels in der Tagespost vom 16.08.04

  Vgl. Documentation Information Catholique Internationale DICI, vom 3. November, 2003

  Vgl. den Augenzeugenbericht von John Vennary; auf deutsch bei: fsspx.info

  Vgl. (17)

  5. Sitzung, Dekret über die Ursünde, Dz. 787, DH1510

  Vgl. (17)

  Vgl. Internet-Archiv von PORTUGAL NEWS unter dem Suchwort: "WCRP". Originaltext lautet: Portugal News vom 20.09.2003: "A spokesman for the Shrine authorities in Fátima told The Portugal News that many religions will be represented at the congress, including Hinduism, Buddhism, Islam, Anglicanism and the Eastern Orthodox churches. Under the auspices of the World Conference on Religion and Peace (WCRP) speakers will address the congress on the theme "The Future of God". It will be very similar to the interfaith meeting convened by Pope John Paul II in Assisi in 1986, where leaders of the world’s religions, including the Dalai Lama, met to pray together and discuss the development of a "One World Religion".... According to an 800 page Italian study of the One World Religion movement, entitled La Faccia Occulta della Storia, the history of the WCRP can be traced back to 1993 when Sir Sigmund chaired a Chicago meeting, at which world religious leaders agreed to set up a ‘Parliament of Religions’ (PR). The idea was to form an international authority dedicated to unifying the world’s religions that would constitute a ‘spiritual branch’ of the UN. The ultimate aim of members of PR is to unify the major religions of the world under the umbrella of a UN globalisation programme. In 1994 at the invitation of John Paul II the WCRP met in the Vatican, when 1,000 representatives of 15 different Pagan and Christian religions gathered to agree a plan on joint ecumenical initiatives". Vgl. auch www.haefely.info - eine Studie zur Frage, ob die UN eine Welteinheitsreligion anstrebt. Sie finden eine Anzahl Links auf Originalseiten von Organisationen der Vereinten Nationen, die für sich sprechen.

  Vgl. (21)

  Zitiert in Daniel le Roux, "Petrus, liebst du mich? Johannes Paul II., Papst der Tradition oder Papst der Revolution?", S.206, Sarto-Verlag, Stuttgart. Tel.: 0711 / 55 36 719. Baron Yves Marsaudon hat anlässlich des Konzils sein Buch über den Ökuemnismus geschrieben mit dem Titel: "L`oecumenisme vu par un franc-macon de tradition" — "Der Ökuemenismus in den Augen eines Freimaurers von Tradition", Paris: Vitiano 1964, 139 Seiten

24)
  Vgl. "Schwester Luzia spricht über Fatima", aus den potugiesischen Originalschriften übersetzt und geordnet von P. Kondor, SVD, S.58

25)
  Papst Pius VIII, zitiert aus "Papacy and Freemasonry" von Mgr. Jouin

  Auch wer nur einen dogmatisierten Glaubenssatz nicht annimmt, hat an seinem ganzen Glauben "Schiffbruch erlitten" und ist "von der Einheit der Kirche abgefallen", weil darin eine grunsätzliche Ablehnung der göttlichen Offenbarung enthalten ist, die man im Hinblick auf Gott, der die Wahrheit ist, nur als ganzes annehmen und besitzen kann. Vgl. Papst Pius IX in seiner Bulle "Ineffabilis Deus" vom 8. Dez. 1854 (DH2804)

  Vatikanum I, 3. Sitzung, Kap.4 v. Dei Filius

  Vgl. KAP-Nachricht, Rom, vom 8.12.2003

  Augenzeugenbericht von John Vennari; auf deutsch bei: fsspx.info

  Vgl. KAP-Nachricht, Rom, vom 8.12.2003

  Augenzeugenbericht von John Vennari; auf deutsch bei: fsspx.info

  PUR-Magazin Sept.2004, S.19

   

nach oben...

 



© Fraternitas Sacerdotalis Sancti Pii X. (Priesterbruderschaft St. Pius X.)